Mopeds ! 


Ich dachte so geht es mein Leben lang weiter ! Die Meico war schon ein Knaller ! Motorräder haben mich schon immer magisch angezogen. Mehr als Autos. Die bringen mich bis heute nur von Punkt A bis Punkt B.

Im zarten Alter von 15 Jahren hatte unsere Clique die ersten Moped-Erfahrungen gesammelt. Mit mehr oder weniger schweren Blessuren. Das Moped mußten wir bis zu einem landwirtschaftlichen Weg schieben, weil es kein Nummernschild hatte und keiner von uns 18 war oder einen Führerschein besaß. Das war nicht weiter schlimm, weil fahren konnte von uns auch keiner und die Karre hatten wir uns von einem Bruder "ausgeborgt".

"Auch Sie werden eines Tages eine YAMAHA besitzen. YAMAHA Kraft und Sicherheit."
Text aus einem Werbeprospekt.


1975 war ich dann endlich 18 ! Da konnte ich mir mal was leisten ! Ich wollte natürlich was Tolles, Großes, was weiß ich Dramatisches....aber meine Mopedfreunde rieten mir dringend zu was Solidem ! Ich war ja schließlich eine Frau und....na ja....ich sollte die Session doch überleben. Also wurde eine neue Yamaha RD 125 DX gekauft -Preis 2.508,70 DM-.

Ich war erst nicht so begeistert, weil das Moped nicht so spektakulär war wie ich es mir vorstellte. Die Kawas meiner Kollegen sahen viel toller aus, aber der soziale Druck (Freunde, Elterhaus usw.) war einfach zu groß um mit anderen Raketenvorzufahren. Es gab ja zu dem Zeitpunkt auch noch sehr wenige Frauen, die Moped fuhren. (Ich mußte immerhin 8 Stunden Fahrschule machen! Mehr als meine Kollegen !!!).

Trotzdem fuhr ich dieses "Geschoß" 10 Jahre lang. Es brachte mich schließlich jeden Tag Sommer wie Winter treu zur Arbeit und wieder zurück ! Einen ziemlichen Bumms hatte ich schon mal. Danach wußte ich den Vorteil von Sturzbügeln zu schätzen.

Ganz zum Anfang machten wir mal eine Tour. Cochem an der Mosel. Das war der Pleitehammer schlecht weg. Es regnete die ganze Zeit. -Bis auf die Abfahrt und die Heimfahrt- Danach machte ich nie mehr eine große Tour !!! Bis auf die Wintertreffen jedes Jahr in Barlo. Da mußte ich schließlich die Anstecker für die Jacke haben !!!  

1986 habe ich mich schweren Herzens von der Yapse getrennte und erstand dann endlich, daß was ich schon immer haben wollte.  Eine Honda XL 500 R. Gebraucht zum Preis von 3.400,- DM. Da redete mir niemand rein !!! Die Honda und ich, ich und die Honda. Das war was !! Auf einem Rad anzufahren war überhaupt kein Problem. Ob man wollte oder nicht. Einen Einfluß hatte ich selten darauf. Nachdem ich einem vorwitzigem Golffahrer mal mit dem Vorderrad auf die Motorhaube geknallt war, wurde ich doch etwas vorsichtiger. Auch hatte ich wahnsinnig schnell gute Sidi-Stiefel. Natürlich in dem tollen Honda-Rot. Dies war aber unvermeidlich, weil wer jemals einen "Rückschlag" vom Kickstarter einer XL erlebt hat, kennt weder Preis noch Scham, sich solche Stiefel zu kaufen. Auch den passenden Nolan-Helm habe ich mir angeschafft.

Meine Großeltern beobachteten ständig das Fiasko, die Maschine täglich "anzuschmeißen". Als ich dann wieder mal vor ihren Augen (Sie schauten immer aus dem Fenster, wenn ich losfuhr und warteten immer, bis ich wiederkam) kurz davor war über den Lenker zu fliegen -erwähnter Kickstarter- beschlossen wir eine etwas sichere Kompromißlösung zu finden.

Den alten Leuten konnte ich es wirklich damals nicht mehr antun, sich jeden Tag unnötig zu ängstigen. Ein finanzieller Zuschuß erleichterte mir diesen Entschluß enorm.

1988 kam dann die Kawa KLR 650 ins Haus. 6.990,- DM hatte ich (wir: Oma/Opa) damals bezahlt. Ein Riesenteil. Auf den Asphalt komme ich natürlich wie bei der Honda immer noch nicht, aber das ist nebensächlich. Die Dame hat ja einen E-Starter und wenn wir einen Absturz haben, muß keinen Baum aufgesucht werden, damit man dieses Moped im weichen Waldboden wieder antreten kann. Dafür ist es natürlich recht schwer, und ich habe es mir ziemlich schnell abgewöhnt, in einsamen Gegenden allein herumzufahren.

Das muß nun wirklich nicht mehr sein.

Da konnte ich nur lachen! Der Fahrer des Geländewagens mußte einen Trecker holen. Hä, hä !
Fotografiert habe ich meine Mopeds immer gerne. Leider habe ich ja nicht so viele Mopeds in den Jahren besessen, sonst wären mehr Bilder dabei.


Da ich lange Zeit Wechseldienst hatte und daher ständig einsam unterwegs auf der Piste war, hat sich bei mir eine "eigene Motorradkultur" heraus gebildet.

Meine Kawa habe ich heute noch, und ein Moped möchte ich gerne ständig immer noch nebenbei fahren. Ich freue mich aber immer zu sehen, daß es Fahrgemeinschaften gibt, die so toll zusammenhalten. Mit einem Moped-Kollegen aus der Meico-Zeit habe ich immer noch guten Kontakt. Er ist seit Urzeiten BWM (oder heißt es BMW ?) Fahrer.

Jedenfalls so ein Kardan-Schluffie, aber ich habe ihn trotzdem gerne. Schließlich kennt man sich ja schon soooooo lange.

Wie Ihr vielleicht auf dem Tank schwer erkennen könnt, war auf jedem meiner Mopeds immer der Spruch: " Herr, lenke uns daß wir leben . 2. Buch Mose" dabei. Man kann damit recht gut durch die Gegend fahren. Geschadet hat es jedenfalls nicht. 



Igel habe ich NIE totgefahren.
Sie waren immer meine
Maskottchen .

 


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